Gasthaus Seedorf 2022

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Inselgasthaus
Jan Seedorf




Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich hier den Leserbrief des Altinsulaners Hans-Jürgen Jürgens. Jürgens ist vielen als Inselchronist, Schriftsteller und kritischer Schützer der Inselnatur bekannt.

Der Vorsitzende einer Inselpartei, Ratsmitglied und Redakteur einer aktuellen Wangerooger Internetseite konnte oder wollte diesen Leserbrief nicht veröffentlichen. Zitat: "Ich bekomme sehr viele Leserbriefe, dann hätte ich viel zu tun..."

Nun dann, wir wollen doch der Internetgemeinde nichts vorenthalten.
Heino Plagenz

Leserbrief zum geplanten Hotelbau auf Wangerooge
 
Die Grenze des Wachstums ist erreicht!
 
Wangerooge ist nur wenig größer als Baltrum. Wenn wir am Ostende den weitläufigen Sandstrand abrechnen, dann sind beide Inseln der Größe nach zu vergleichen. Dieser Vergleich ist wichtig, um zu verstehen, warum unser „Boot" längst überladen ist. Einige Zahlen zum Vergleich, Wangerooge in Klammern: Einwohner von Baltrum 599 (1214), Häuser bis 1945: rd. 165 (rd. 250), Häuser heute 330 (rd. 710). Eigentumswohnungen rd 280 (rd. 1200), Kraftfahrzeuge ohne Hänger auf den autofreien Inseln 3 (41), Bevölkerung pro qkm. 92 (244). // Baltrum ist von der Natur geschaffen. Wangerooge ist das Ergebnis des Seebaues und mit Dünen stiefmütterlich bedacht. Alle Dünen, bis auf die Heidedünen westlich des Friedhofes, wurden künstlich geschaffen, besonders der lange Dünenzug vom „Bootsweg" bis zum Ostende. // Mit dem Haus „Störtebeker" an der Peterstraße entstanden 1965 die ersten 14 Eigentumswohnungen. Heute sind oberhalb der Elisabeth-Anna-Straße alle Freiflächen, mit Ausnahme eines Restes auf der „Polizeiwiese", mehrstöckig mit Eigentumswohnungen bebaut. Wer im Flugzeug vom Festland kommt, der sieht den harmonisch bebauten Dorfgroden, aber auch die klotzige Bebauung unseres „Dorfes" an der Peterstraße und Promenade. Hätten einzelne Insulaner nicht aufgepaßt, wäre heute auch unser schöner und stiller Dorfplatz zu zwei Drittel bebaut! // Nach dem Krieg wurden bis heute hier rd. 460 zusätzliche Häuser gebaut! Der von 1990 bis 1992 amtierende Bürgermeister, dem ich die Frage stellte, wo kommende Generationen noch bauen können, gab mir zur Antwort: „Wir leben jetzt!" // Ein neues Hotel beim Westturm soll den Westen beleben. Darf man fragen, warum unsere Insel noch mehr belebt werden muß? // _Etwas Dünengelände liegt noch nördlich der Siedlerstraße. Im August 2016 beriet der Gemeinderat dafür ein Nutzungskonzept. Jetzt, 2022, sind erste Planierungsarbeiten abgeschlossen, ohne daß ein endgültiger Plan vorliegt. Sicher ist, daß jede weitere Bebauung das Flair unserer Insel negativ verändern wird. // Am Weg zur Müllstation lag die Idylle „Erlengrund". Mit Rodung der Erlen verschwand auch die massive Baracke aus dem I. Weltkrieg. Wer sich über eine Flurbereinigung freut, der wird enttäuscht, denn dort soll eine große Gewerbehalle entstehen, die das Landschaftsbild empfindlich stören wird. // Für den Fall, daß die Natur auf der Insel durch Bebauung weiter eingeschränkt werden muß, hat die Gemeinde Wangerooge vorgesorgt. In Cleverns bei Jever besitzt sie 6,8 Hektar naturbelassene Ausgleichsfläche; dort ist noch Reserve! ! //

 
Schon jetzt ist es eng am Strand. Im Sommer 1973 war am Badestrand zum letzten Mal Platz für 15 Reihen Sandburgen. Ab 1975 mußte dann fast jedes Jahr der Sand für den Badestrand vom Osten geholt werden. Heute stehen am Strand in jeder Reihe sieben Strandkörbe (ohne Burgen), die im Mai schon alle für die Ferienzeit reserviert sind! Wieviel Körbe müßten für ein 400-Bettenhotel noch zusätzlich aufgestellt werden? // In 50 Jahren wird der Meeresspiegel mindestens 20 cm höher sein als heute. Was das für unseren Strand bedeutet, welcher der schmalste Strand der ostfriesischen Inseln ist, müssen sich die jetzt Verantwortlichen vor Augen führen. // Wie wird sich bei anhaltendem „Bauboom" der Schiffsverkehr zur Insel entwickeln, wenn schon jetzt Gäste nicht anreisen bzw. abfahren können, wie sie wollen? Mit dem neuen Schnellboot der Bahn, das Platz für 12 Personen incl. Kapitän bietet, ist das Problem nicht zu lösen. Schon 1982, vor vierzig Jahren, bat der Gemeinderat die Bahn, nicht mehr als 1000 Tagesgäste zur Insel zu bringen. Weil der Bahnbetrieb „aus allen Näthen platzte", mußte dieser auf Kosten der Grünanlagen, Niobe- und Hindenburgplatz, erweitert werden. // Was ist mit dem Flugbetrieb, der bei Ostwind den Wangeroogern und den Gästen lästigen Fluglärm zumutet? Wenn auf Baltrum 8000 „Bewegungen" (Starts und Landungen) gezählt wurden, waren es auf Wangerooge 23.000! // Es heißt, das Fahrräder auf Spiekeroog zugelassen sein müssen. Auf Baltrum sind alle Fahrräder unerwünscht, während auf Wangerooge weit über 3000 Räder zu vermieten oder privat in Betrieb sind. // Die Insel kann nicht vergrößert werden. Die Grenze des Wachstums ist schon lange erreicht, aufjeden Einwohner kommt eine Eigentumswohnung! Uns Wangeroogern stellt sich die Frage, wie wir das bewahren können, was unsere Insel liebenswert und lebenswert macht.
 
Wer sich ernsthaft die Frage stellt, wohin die Reise gehen soll, der muß ein zusätzliches 400-Bettenhotel ablehnen. — Hans-Jürgen Jür ens, Wangerooge


Inselgasthaus Jan Seedorf
Frische Küche in Ruhe genießen.
Geduckt hinter hohen Dünen, die die rauhe See von unserer Sandbank trennen, liegt unsere Gaststätte abseits des Trubels. Als eines der kleinsten Restaurants unserer Insel sehen wir 53 Jahre Inselgastronomie als Verpflichtung ein vielfältiges Angebot regionaler aber auch ausserfriesischer Gerichte in konsquent schonender Zubereitung anzubieten. Die Anzahl unserer Sitzplätze ist begrenzt  deshalb empfehlen wir eine Reservierung unter der Rufnummer 04469-387.


Öffnungszeiten
Mittwoch bis Samstag 12.00 bis 20.00 Uhr
Sonntag bis Dienstag Ruhetag
Küche von 12.00 bis 14.30 Uhr
   und von 18.00 bis 19.30 Uhr

Bitte beachten Sie
beim Besuch unserer Gaststätte:
Wir behalten das Tragen der Nase-Mund-Maske
bis zum Sitzplatz, sowie bei allen Rundgängen
im Restaurant und auf der Terrasse voerst bei.
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